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Jubiläumskreuzfahrten

Kurt A. Körber brachte seine Verbundenheit zur Hansestadt Hamburg in vielerlei Hinsicht zum Ausdruck. Er förderte neben dem kulturellen Leben der Stadt auch den Wirtschaftsstandort Hamburg. So unterstützte er die seinerzeit lahmende Schiffsbaubranche, indem er auf Bitte des damaligen Ersten Bürgermeisters, Herbert Weichmann, in das Kreuzfahrtschiff „TS Hamburg“ investierte. Von dieser Investition profitierten auch seine Mitarbeiter: Anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums spendierte Kurt A. Körber seinen Mitarbeitern mehrmals Kreuzfahren auf den Schiffen, an denen er beteiligt war.

Von Hamburg in die Weite Welt: Kurt A. Körber startete früh mit der Inter­nationali­sierung des Unternehmens

Im Jahr 1949, nur drei Jahre nach Gründung der Hauni Maschinenfabrik, begann Kurt A. Körber damit, ein weltweites Kunden- und Vertriebsnetz für sein Unternehmen aufzubauen. Einer der wichtigsten Schritte für die Expansion war der Sprung über den großen Teich: Alle bedeutenden amerikanischen Zigarettenfabriken hatten ihren Hauptsitz in den US-Bundesstaaten Virginia oder North Carolina. Aus diesem Grund erwarb Kurt A. Körber im Frühjahr 1955 ein geeignetes Grundstück an der Ostküste. Spezialisten der Bergedorfer Zentrale leiteten den Aufbau des Standorts in Richmond, der sich schnell zu einem florierenden Unternehmen entwickelte.

Es folgten Niederlassungen in Mexiko-Stadt, Buenos Aires, Rom, London und Zürich. Schon bald war Hauni weltweit vertreten – von Ägypten bis Vietnam und von Australien bis Kanada. Hauni verschickte nicht nur Maschinenteile in die ganze Welt, sondern sorgte auch dafür, dass eigene Monteure Aufbau und Wartung der Maschinen vor Ort betreuten.

Der endgültige Durchbruch als führender Zulieferer für die Tabakindustrie gelang Kurt A. Körber mit der Filteransetzmaschine „MAX“, die ab 1956 ausgeliefert wurde und sich – wie später auch ihre Nachfolgermodelle – schnell zum Verkaufsschlager entwickelte. Wegen der hohen Nachfrage wurden die Maschinen sogar per Frachtflugzeug an Kunden in Übersee ausgeliefert. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Innerhalb weniger Jahre hatte Kurt A. Körber quasi aus dem Nichts ein international erfolgreiches Unternehmen aufgebaut.

Start-up seit 1946? So entsteht ein globaler Technologie­konzern

Um die Gründung des Körber-Konzerns ranken sich viele Mythen. Der Legende nach führte Kurt A. Körber sein erstes Verkaufsgespräch am 14. Juli 1946 in einer Telefonzelle am Bahnhof Dammtor in Hamburg – die Geburtsstunde der Hauni Maschinenfabrik. Hauni steht für Hanseatische Universelle. Für seinen kleinen Betrieb mietete Kurt A. Körber einen Kellerraum als Werkstatt in Bergedorf an, in dem er schrottreife Zigarettenmaschinen reparierte. Wenig später folgten die ersten eigenen Zigarettenmaschinen. Mit der Filteransetzmaschine „MAX“ gelang schnell der große Durchbruch auf dem Weltmarkt.

Extrablatt für Mitarbeiter und Kunden: die Hauni-Glocken

Die „Hauni-Glocken“ waren lange die Werkszeitung (heute sind das Mitarbeiter- oder Kundenmagazine oder Apps) von Hauni. Im März 1958 erschien die erste Ausgabe mit einem Geleitwort von Kurt A. Körber. Es möge „Ziel und Aufgabe unserer heute ins Leben tretenden Werkszeitung sein, unsere gute menschliche Bildung und das Bewusstsein unserer Zusammengehörigkeit zu erhalten und zu fördern.“ Als Bindeglied zwischen Arbeitsplatz und Familie – später auch zwischen Werk und Kunden – war die Zeitung sehr beliebt. Neben Berichten über Entwicklungen und Neuigkeiten aus dem Unternehmen, erschienen in den „Hauni-Glocken“ auch Artikel über außerbetriebliche Aktivitäten, beispielsweise ausgefallene Freizeitbeschäftigungen von Kollegen. Anlässlich der Opern- und Theaterabende, die Kurt A. Körber seinen Mitarbeitern sponsorte, erschienen Sonderausgaben, die über das kulturelle Leben in der Stadt Hamburg informierten.

Kurt A. Körber und seine Passion für berühmte Weisheiten

Eines von Kurt A. Körbers persönlichen Markenzeichen war es, Zitate von bekannten Persönlichkeiten an Gegenständen oder Häuserwänden anbringen zu lassen. So auch auf diesem Zinnbecher aus dem Jahr 1991 mit einem Spruch des griechischen Philosophen Sokrates: „Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden“.

Nationalsozia­lismus und Kriegszeit

1935 wechselte Kurt A. Körber zur Dresdner Zigarettenmaschinenfabrik „Universelle-Werke J. C. Müller & Co“. Dort stieg er bis 1944 zum Technischen Direktor auf. Als kriegswichtiger Betrieb begann die „Universelle“ auch mit der Produktion von Rüstungsgütern. Rund 3.000 Fremd- und Zwangsarbeiter wurden dafür im Zeitraum von 1941 bis 1945 eingesetzt.

Kurt A. Körbers Verhalten erscheint im Rückblick widersprüchlich: Er engagierte sich aktiv für die Rüstungsproduktion der Firma und trat 1940 als Mitglied in die NSDAP ein. Parallel stellte er sich schützend vor verfolgte Betriebsangehörige. Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte hat sich auf Initiative der Körber-Stiftung intensiv mit Ausprägung und Motiven der opportunistischen Haltung Kurt A. Körbers im Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Den vollständigen Aufsatz zum Nachlesen in deutscher Sprache findet ihr hier.

Bei weiteren Fragen zu dem Thema wendet euch gerne an group.communications@koerber.com.

Bildquelle: SLUB Dresden / Deutsche Fotothek / Walter Hahn